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Bushaltestellen als Schikanen für die Autofahrer

TCS-Aktuell
Bushaltestellen als Schikanen für
die Autofahrer
Rund 900 Bushaltestellen gibt es auf Solothurns
Kantonsstrassen. Über 300 davon sind – sehr zum
Unmut der Autofahrer – auf die Strasse gebaut
worden und behindern den Verkehr. Ein politischer
Vorstoss verlangte, dass diese wieder zurückgebaut
werden. Doch Regierung und Kantonsrat wollten
davon nichts wissen. Nun zeichnet sich ein Kompromiss
ab.
Das neue Konzept bei den Bushaltestellen im Kanton
Solothurn sorgte für Unmut bei vielen Autofahrern.
Neu werden Haltestellen nämlich nicht
mehr in so genannten Buchten, sondern auf der
Strasse erstellt. Meist wird zu diesen Haltestellen
noch eine Verkehrsinsel gebaut, damit man die
Busse nicht überholen kann.
«Reine Schikane», war in Leserbriefen und in Zusendungen
an die Redaktion der tcs-zytig zu lesen.
Der Solothurner Regierungsrat sieht das natürlich
anders. Er rückt vor allem die Kosten von 60 000
Franken für eine Haltebucht in den Vordergrund
und schreibt in seiner Stellungnahme vom 6. Juli
2010 auf einen Vorstoss von Kantonsrat Walter
Gurtner (SVP), dass solche Haltestellen vor allem in
ländlichen Gebieten erstellt werden.
Genau dies will Gurtner aber nicht gelten lassen:
«Ich stelle fest, dass vor allem im Stadtgebiet solche
Haltestellen gebaut wurden», sagt er im Gespräch
mit der tcs-zytig. Er forderte deshalb, dass diese
Bushaltestellen wieder zurückgebaut werden, was
allerdings von einer Mehrheit des Kantonsrates abgelehnt
wurde.
«Wahrscheinlich waren es vor allem die Kosten, die
zu diesem Entscheid geführt haben», ist Gurtner
überzeugt, ein Argument das auch er gelten lassen
kann. Dennoch will er nicht kampflos aufgeben. Er
hat deshalb am 26. Januar 2011 einen neuen Vorstoss
eingereicht, mit dem er die Zahl der Fahrbahn-
Haltestellen auf 333 begrenzen wird. Der
Auftrag ist bisher noch nicht behandelt worden.
Gurtner hofft aber, dass ihm diesmal eine Mehrheit
des Kantonsrates folgen wird. «Es kann doch nicht
sein, dass Automobilisten, welche mit ihren Abgaben
die Strassen bereits mehrmals bezahlt haben,
nun noch schikaniert werden», sagt er.
In Gesprächen mit verschiedenen Buschauffeuren
will Gurtner erfahren haben, dass viele von ihnen
mit der heutigen Situation nicht glücklich sind. Vor
allem sei es schwieriger geworden, Fahrplankorrekturen
vorzunehmen. Wenn ein Bus zwei Minuten
zu früh an einer Haltestelle ist, muss er warten,
damit er wieder gemäss Fahrplan fahren kann. Bei
diesen «Wartezeiten» ist mit den neuen Haltestellen
allerdings die Strasse für den Individualverkehr
gesperrt – sicher keine glückliche Lösung. pgm
Was halten Sie, liebe Leserinnen und Leser der tcszytig
von diesen Haltestellen? Schreiben Sie und
ihre Meinung unter tcs.so.medien@gmx.ch
Die neuen Bushaltestellen sind direkt auf der Strasse platziert und behindern den Verkehr. (Foto: pgm)